10 Auto-Funktionen, die Fahrer täglich nutzen, aber selten verstehen
Moderne Fahrzeuge sind mit Systemen ausgestattet, die das Fahren sicherer, komfortabler und angenehmer machen sollen. Viele dieser Funktionen arbeiten unauffällig im Hintergrund, weshalb man sie leicht täglich nutzt, ohne ihre Funktionsweise vollständig zu verstehen.
Die Grundlagen dieser gängigen Fahrzeugtechnologien zu kennen, kann Ihnen helfen, normales Verhalten zu erkennen, angemessen auf Warnleuchten zu reagieren und die Systeme Ihres Autos sicherer zu bedienen. Hier sind 10 Auto-Funktionen, die Fahrer täglich nutzen, aber selten verstehen.
1. Antiblockiersystem (ABS)
Das Antiblockiersystem, allgemein als ABS bekannt, verhindert das Blockieren der Räder bei einer Vollbremsung. Blockierte Räder können dazu führen, dass ein Fahrzeug ins Schleudern gerät, was die Fähigkeit des Fahrers einschränken kann, einem Hindernis auszuweichen.
ABS nutzt Raddrehzahlsensoren, um zu erkennen, wenn ein Rad kurz vor dem Blockieren steht. Das System passt den Bremsdruck schnell an, um die Räder in Drehung zu halten, während der Fahrer weiterhin bremst. Wenn Sie bei einer Notbremsung ein Pulsieren im Bremspedal spüren, arbeitet das ABS meist bestimmungsgemäß.
- Hilft, die Lenkkontrolle bei starkem Bremsen beizubehalten
- Kann das Rutschen auf vielen Oberflächen reduzieren
- Ersetzt keinen sicheren Sicherheitsabstand und keine vorsichtige Fahrweise
2. Antriebsschlupfregelung (ASR / Traktionskontrolle)
Die Antriebsschlupfregelung (oft als Traktionskontrolle bezeichnet) soll übermäßiges Durchdrehen der Räder beim Beschleunigen begrenzen. Sie kann besonders auf nasser Fahrbahn, Schnee, Eis, Schotter oder anderen Untergründen mit geringer Haftung hilfreich sein.
Wenn das System erkennt, dass ein Antriebsrad schneller dreht, als es sollte, kann es die Motorleistung reduzieren, Bremsdruck auf das durchdrehende Rad ausüben oder beide Strategien kombinieren. Bei vielen Fahrzeugen bedeutet eine blinkende Kontrollleuchte der Traktionskontrolle, dass das System aktiv auf durchdrehende Räder reagiert.
Die Traktionskontrolle kann helfen, den vorhandenen Grip zu verwalten, aber sie kann keine Traktion erzeugen, wo kaum welche vorhanden ist. Reifenzustand, Reifendruck, Straßenverhältnisse und das Verhalten des Fahrers bleiben entscheidend.
3. Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)
Das elektronische Stabilitätsprogramm, kurz ESP (oder ESC), hilft einem Fahrzeug, der vom Fahrer beabsichtigten Richtung zu folgen. Je nach Hersteller kann diese Funktion auch als StabiliTrak, Vehicle Stability Control oder unter einem anderen markenspezifischen Namen bekannt sein.
Das System vergleicht den Lenkradeinschlag mit der tatsächlichen Fahrzeugbewegung. Erkennt es Untersteuern, Übersteuern oder ein beginnendes Schleudern, kann ESP gezielt einzelne Räder abbremsen und die Motorleistung anpassen, um die Stabilität wiederherzustellen.
- Kann bei abrupten Lenkmanövern unterstützen
- Arbeitet mit ABS und Traktionskontrolle zusammen
- Kann besonders auf rutschigen oder kurvenreichen Straßen wertvoll sein
ESP ist ein Fahrerassistenzsystem und kein Ersatz dafür, bei widrigen Bedingungen die Geschwindigkeit zu reduzieren oder innerhalb der Grenzen von Fahrzeug und Reifen zu fahren.
4. Tempomat und Abstandsregeltempomat (ACC)
Ein herkömmlicher Tempomat hält eine vom Fahrer gewählte Geschwindigkeit, ohne dass das Gaspedal ständig gedrückt werden muss. Dies ist nützlich für lange Autobahnfahrten, reagiert jedoch nicht auf langsameren Verkehr voraus.
Der adaptive Tempomat (ACC) fügt Sensoren wie Radar und Kameras hinzu, um den Verkehr vor dem Fahrzeug zu überwachen. Je nach Fahrzeug und Systemdesign kann er die Geschwindigkeit anpassen, um einen eingestellten Sicherheitsabstand zu halten, und das Fahrzeug in bestimmten Verkehrssituationen sogar bis zum Stillstand abbremsen.
Selbst bei aktivem Abstandsregeltempomat bleibt der Fahrer dafür verantwortlich, den Verkehr, die Straßenverhältnisse und den Fahrzeugbetrieb zu überwachen. Starker Regen, Schnee, verschmutzte Sensoren, enge Kurven und plötzliche Spurwechsel können die Systemleistung beeinträchtigen.
5. Schaltlogik des Automatikgetriebes
Ein Automatikgetriebe tut weit mehr als nur Gänge zu wechseln. Moderne Getriebe nutzen eine computergesteuerte Schaltlogik, die Fahrzeuggeschwindigkeit, Gaspedalstellung, Motorlast, Steigung, gewählten Fahrmodus und andere Betriebsbedingungen berücksichtigt.
Deshalb kann dasselbe Fahrzeug beim Bergauffahren, beim Ziehen eines Anhängers, im Sportmodus oder bei starker Beschleunigung unterschiedlich schalten. Das Getriebe kann einen niedrigeren Gang halten, um die Beschleunigung oder Motorbremswirkung zu unterstützen, während frühes Hochschalten ein sanfteres und effizienteres Cruisen ermöglicht.
- Parken (P): Aktiviert eine Parksperre, um das Getriebe zu sichern; nutzen Sie beim Parken immer die Feststellbremse.
- Rückwärtsgang (R): Ermöglicht es dem Fahrzeug, rückwärts zu fahren.
- Neutral (N): Unterbricht die Kraftübertragung des Motors zu den Antriebsrädern.
- Drive (D): Ermöglicht dem Getriebe die automatische Gangwahl.
6. Elektronisches Gaspedal (Throttle-by-Wire) und Ansprechverhalten
Viele Fahrer stellen sich das Gaspedal noch mit einem mechanischen Seilzug zum Motor verbunden vor. In den meisten modernen Fahrzeugen nutzt das Pedal stattdessen einen elektronischen Sensor als Teil eines „Throttle-by-Wire“-Systems.
Wenn Sie das Gaspedal betätigen, sendet der Pedalsensor ein Signal an den Motorcomputer. Der Computer interpretiert diesen Wunsch und steuert die Drosselklappenöffnung basierend auf Pedalstellung, Fahrmodus, Getriebeverhalten und Fahrzeugbetriebszustand.
Dieses System sorgt für eine sanfte und kontrollierte Beschleunigung, doch die Programmierung kann eine wahrnehmbare Verzögerung zwischen dem Treten des Pedals und der Reaktion verursachen. Ein Gaspedal-Tuning-System wie Pedal Commander® passt die Beziehung zwischen Pedaleingabe und Drosselklappenreaktion an, sodass Fahrer aus einstellbaren Kennlinien wählen können. Es erhöht jedoch nicht die Motorleistung.
7. Servolenkung
Die Servolenkung reduziert den körperlichen Kraftaufwand beim Lenken, besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten, beim Einparken und bei Manövern auf engem Raum.
Ältere Fahrzeuge nutzten häufig eine hydraulische Servolenkung, die auf Öldruck basiert. Viele neuere Fahrzeuge verwenden eine elektrische Servolenkung (EPS), die einen Elektromotor und Computersteuerungen zur Lenkunterstützung einsetzt.
Die elektrische Servolenkung kann die Unterstützung je nach Fahrgeschwindigkeit variieren. Deshalb fühlt sich das Lenken auf einem Parkplatz leichter und bei Autobahntempo straffer an. Wenn die Lenkung plötzlich ungewöhnlich schwergängig wird, eine Warnleuchte aufleuchtet oder ungewohnte Geräusche beim Lenken auftreten, lassen Sie das Fahrzeug umgehend überprüfen.
8. Reifendruckkontrollsystem (RDKS / TPMS)
Das Reifendruckkontrollsystem warnt den Fahrer, wenn einer oder mehrere Reifen einen zu geringen Luftdruck aufweisen. Der richtige Reifendruck schont die Reifen, verbessert das Handling, die Bremsleistung und die Kraftstoffeffizienz.
Direkte RDKS-Systeme nutzen Drucksensoren in den Rädern, um den Reifendruck zu übermitteln. Indirekte Systeme schätzen den Reifendruckverlust durch den Vergleich der Raddrehzahl. In jedem Fall bedeutet eine RDKS-Warnleuchte, dass Sie die Reifen prüfen sollten, sobald es sicher möglich ist.
- Prüfen Sie den Reifendruck, wenn die Reifen kalt sind.
- Beachten Sie den empfohlenen Reifendruck auf dem Aufkleber am Türholm der Fahrerseite.
- Verwenden Sie nicht den maximalen Reifendruck, der auf der Reifenflanke steht, als empfohlenen Betriebsdruck.
9. Klimaautomatik
Eine Klimaautomatik tut mehr, als die Klimaanlage nur an- oder auszuschalten. Nachdem Sie eine Wunschtemperatur gewählt haben, nutzt das System Sensoren und elektronische Steuerungen, um Gebläsedrehzahl, Luftverteilung, Klimaanlagenbetrieb und bei manchen Fahrzeugen auch Sitzheizung oder -belüftung zu regeln.
Vielleicht bemerken Sie, dass der Klimakompressor auch bei gewählter Warmluft läuft. Das ist oft normal, da die Klimaanlage der Innenraumluft Feuchtigkeit entzieht, was das Entbeschlagen der Scheiben bei kühlem oder regnerischem Wetter verbessert.
Für ein konstantes Wohlfühlklima stellen Sie Ihre Wunschtemperatur ein, nutzen Sie den Automatikmodus und geben Sie dem System Zeit zur Anpassung, anstatt ständig an den Einstellungen zu spielen.
10. Start-Stopp-Automatik
Die Start-Stopp-Automatik schaltet den Motor vorübergehend ab, wenn das Fahrzeug steht, beispielsweise an einer Ampel. Der Motor startet wieder, sobald der Fahrer in vielen Automatikfahrzeugen das Bremspedal löst oder bei vielen Schaltwagen die Kupplung betätigt.
Ziel ist es, unnötigen Leerlauf zu vermeiden. Fahrzeuge mit dieser Technologie nutzen in der Regel verstärkte Batterien, Anlasser und Steuersysteme, die auf häufige Neustartzyklen ausgelegt sind.
Die Start-Stopp-Funktion wird nicht unter allen Bedingungen aktiviert. Das System kann inaktiv bleiben, wenn der Motor kalt ist, die Batterieladung niedrig ist, hoher Heiz- oder Kühlbedarf besteht oder andere Fahrzeugbedingungen vorliegen. Viele Fahrzeuge haben zudem eine Taste, mit der der Fahrer die Funktion vorübergehend deaktivieren kann.
Warum das Verständnis alltäglicher Auto-Funktionen wichtig ist
Zu wissen, wie gängige Fahrzeugsysteme arbeiten, macht Sie zu einem informierteren Fahrer. Es hilft Ihnen, Anzeigen im Armaturenbrett zu verstehen, normalen Systembetrieb von einem potenziellen Defekt zu unterscheiden und Fahrerassistenzsysteme verantwortungsbewusst zu nutzen.
Zum Beispiel können ein pulsierendes Bremspedal bei ABS-Aktivierung und eine blinkende Traktionskontrollleuchte auf rutschiger Straße normal sein. Anhaltende Warnleuchten, ungewöhnliche Geräusche, gravierende Änderungen beim Lenkkraftaufwand oder Veränderungen der Bremsleistung sollten hingegen nicht ignoriert werden.
Machen Sie Ihre tägliche Fahrt vertrauter
Heutige Fahrzeuge steuern zahllose Aufgaben im Hintergrund – vom Bremsen und der Stabilität bis zur Klimatisierung und den Schaltvorgängen. Diese alltäglichen Systeme zu verstehen, kann Ihnen helfen, sich hinter dem Steuer sicherer zu fühlen und besser auf die Fahrzeugpflege vorbereitet zu sein.
Für Fahrer, die das Ansprechverhalten des Gaspedals personalisieren möchten, bietet Pedal Commander® einstellbare Kennlinien an, um das Fahrgefühl anzupassen.