In der Welt der Performance-Fahrzeuge werden Beschleunigungswerte lautstark verkündet, Höchstgeschwindigkeiten übertrieben und PS-Zahlen überall angepriesen. Doch die Bremsleistung? Hier liegt die Wahrheit. Bremsen interessiert weder Markentreue noch Motorbauweise oder Marketingbudgets. Es ist eine reine Physikprüfung, die nur wenige Serienfahrzeuge mit Bravour bestehen. Moderne Ingenieurskunst hat den Bremsweg von 96 km/h auf 0 km/h auf unter 25 Meter verkürzt – ein Bereich, der einst reinrassigen Rennwagen vorbehalten war. Hier sind die elf Serienfahrzeuge mit den besten jemals gemessenen Bremszeiten.
Was „beste Bremszeiten“ wirklich bedeuten
Bremstests lassen alle Spielereien beiseite. Es gibt keine Vorteile durch Launch Control, keine Tricks mit dem Getriebe und keine Ausreden für Bergabfahrten. Ab 96 km/h tritt man voll auf die Bremse und überlässt das Ergebnis der Physik. So sieht die Realität aus:
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Über 120 Fuß: Normale Pendlerfahrzeuge und SUVs
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100–110 Fuß: Sportlich, aber nicht ernst
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Unter 95 Fuß: Echte Hochleistungsmaschinen
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Unter 90 Fuß: Flexibilität im Ingenieurwesen
Um in diese letzte Kategorie zu gelangen, braucht es mehr als nur große Bremsen. Die Reifen müssen extremen Grip bieten. Das ABS muss perfekt funktionieren. Die Fahrwerksgeometrie muss eine ebene Aufstandsfläche gewährleisten. Auch die Aerodynamik spielt mittlerweile eine Rolle, selbst bei Straßenfahrzeugen.
2023 Porsche 911 GT3 RS: 92 Fuß
Nur wenige Fahrzeuge demonstrieren eine so überragende Bremsleistung wie der Porsche 911 GT2 RS Weissach. Mit gemessenen Bremswegen von 97 km/h auf 0 in rund 26,5 Metern (87 Fuß) verdeutlicht dieses Auto Porsches kompromissloses Streben nach optimaler Kontrolle unter extremen Belastungen. Der Vorteil resultiert aus Carbon-Keramik-Bremsen, aggressiven Reifenmischungen und aerodynamischem Abtrieb, der die Haftung mit steigender Geschwindigkeit erhöht. Das Ergebnis ist ein wiederholbares, fadingresistentes Bremsverhalten, das sich beinahe chirurgisch präzise anfühlt.

2017 Chevrolet Corvette Grand Sport: 90 Fuß
Die Chevrolet Corvette Grand Sport des Modelljahrs 2017 kommt aus 97 km/h (60 mph) in nur 27 Metern (90 Fuß) zum Stehen und erfüllt damit höchste Ansprüche an die Bremsleistung. Breite Hochleistungsreifen, Brembo-Bremskomponenten und ein ausgewogenes Fahrwerk tragen maßgeblich zu dieser Leistung bei. Dank der Kombination von Komponenten des Z06 mit einer angepassten Motorleistung behält die Grand Sport auch bei starkem Bremsen ihre Stabilität. Das Ergebnis ist eine berechenbare Verzögerung mit minimalen Fahrwerksverformungen, die in unterschiedlichsten Fahrsituationen für hohes Vertrauen in die Bremsleistung sorgt.

2014 Chevrolet Corvette Stingray Z51 Cabriolet: 90 Fuß
Die Corvette Stingray Z51 Convertible von 2014 hat einen Bremsweg von 27,4 Metern (90 Fuß) von 0 auf 97 km/h (0-60 mph), obwohl ihre Karosserie als Cabriolet anspruchsvoll zu bauen ist. Verbesserte Bremsen, ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk und Reifen mit hohem Grip gehören zum Z51-Performance-Paket. Diese Verbesserungen kompensieren das höhere Gewicht und die geringere Steifigkeit des offenen Designs. Das Fahrzeug bleibt auch bei starkem Bremsen stabil und souverän. Dies beweist, dass eine optimale Fahrwerksabstimmung die Performance auch bei weniger steifen Fahrzeugkonstruktionen erhalten kann.

2015 Chevrolet Corvette Z06: 90 Fuß
Die Chevrolet Corvette Z06 des Modelljahrs 2015 kombiniert ihre hohe Leistung mit einem Bremsweg von nur 27 Metern aus 97 km/h. Dank ihrer großen Bremsscheiben, Mehrkolben-Bremssättel und Hochleistungsreifen meistert die Z06 auch starke Verzögerungen souverän. Das Bremssystem ist so konstruiert, dass es auch unter wiederholter hoher Belastung nicht an Bremskraft verliert und somit eine konstante Bremsleistung gewährleistet. Besonders wichtig ist, dass das Fahrzeug beim Bremsen seine Richtungsstabilität behält, sodass der Fahrer auch bei starkem Bremsen die Kontrolle über das Fahrzeug behält.

2021 Ferrari SF90 Stradale Assetto Fiorano: 90 Fuß
Der Ferrari SF90 Stradale Assetto Fiorano hat trotz seines fortschrittlichen Hybridantriebs einen Bremsweg von nur 27 Metern. Ferraris Brake-by-Wire-System kombiniert regenerative Bremsung mit klassischen Carbon-Keramik-Bremsen und sorgt so für ein gleichmäßiges Pedalgefühl und eine präzise Bremsreaktion. Das Assetto-Fiorano-Paket optimiert das Fahrwerk und reduziert das Gewicht, was die Stabilität bei Vollbremsungen erhöht. Dieser systemweite Ansatz gewährleistet eine konstant hohe Bremsleistung, selbst bei sportlicher Fahrweise.

2016 Dodge Viper ACR: 89 Fuß
Der 2016er Dodge Viper ACR hat einen Bremsweg von nur 27 Metern (89 Fuß). Dabei kommt vor allem die mechanische Haftung und die Aerodynamik zum Einsatz, weniger elektronische Systeme. Die extrabreiten Reifen sorgen für hervorragenden Grip, und die aerodynamischen Komponenten erhöhen den Anpressdruck beim Bremsen deutlich. Das Bremssystem reagiert unmittelbar auf den Pedaldruck und setzt diesen in maximale Bremskraft um. Diese Konfiguration ist auf maximale Performance ausgelegt und bietet erfahrenen Fahrern ein herausragendes Bremserlebnis.

2019 Chevrolet Corvette ZR1 (ZTK-Paket): 88 Fuß
Die 2019er Corvette ZR1 mit ZTK-Performance-Paket erreicht einen Bremsweg von 97 km/h auf 0 in nur 27 Metern. Carbon-Keramik-Bremsen bieten hervorragende Hitzebeständigkeit, während die im ZTK-Paket enthaltenen Aerodynamikelemente die Stabilität bei Bremsmanövern mit hoher Geschwindigkeit verbessern. Trotz der hohen Leistung des Fahrzeugs bleibt das Fahrwerk auch bei starker Verzögerung kontrolliert und berechenbar. Diese Balance ermöglicht der ZR1 eine konstante Bremsleistung, die sowohl für den Einsatz auf der Rennstrecke als auch für sportliches Fahren auf der Straße geeignet ist.

2023 Ferrari 296 GTB Assetto Fiorano: 88 Fuß
Der Ferrari 296 GTB Assetto Fiorano kommt dank seiner Leichtbauweise und des intelligenten Bremssystems in nur 27 Metern zum Stehen. Das Hybridsystem kombiniert regenerative und Reibungsbremsung optimal und sorgt so für sanfte Übergänge und gleichmäßige Verzögerung. Optimierte Fahrwerksabstimmung und Hochleistungsreifen gewährleisten Stabilität auch bei Vollbremsungen. Das Bremsgefühl ist solide und zuverlässig und unterstreicht Ferraris Fähigkeit, innovative Technologie in seine Fahrzeuge zu integrieren.

2018 Porsche 911 GT2 RS Weissach: 87 Fuß
Der Porsche 911 GT2 RS Weissach demonstriert seine herausragende Bremsleistung mit einem Bremsweg von nur 26,5 Metern und unterstreicht damit Porsches Fokus auf höchste Performance. Dieses Fahrzeug wurde deutlich gewichtsreduziert, ist mit Hochleistungsreifen ausgestattet und verfügt über Carbon-Keramik-Bremsen, die selbst in schwierigen Situationen für optimale Verzögerung sorgen. Aerodynamische Elemente tragen zur Stabilität bei niedrigen Geschwindigkeiten bei und reduzieren die Gefahr des Schlingerns. Diese Kombination ermöglicht präzises und fadingresistentes Bremsen – ideal für dauerhaft sportliches Fahren.

2024 Ford Mustang Dark Horse: 86 Fuß
Der Ford Mustang Dark Horse des Modelljahrs 2024 bietet mit nur 26 Metern Bremsweg aus 97 km/h den kürzesten Bremsweg aller Fahrzeuge in dieser Liste. Große Brembo-Bremskomponenten, Hochleistungsreifen und eine präzise elektronische Bremsenkalibrierung sorgen für zuverlässige und berechenbare Verzögerung. Trotz seines Frontmotors und des beträchtlichen Gewichts beweist der Dark Horse, dass moderne Bremssysteme und Fahrwerksarchitekturen Bremsleistungen auf höchstem Niveau ermöglichen, die mit deutlich teureren Sportwagen vergleichbar sind.

Porsche 911 GT3 Touring (2025): 86 Fuß
Der Porsche 911 GT3 Touring erreicht diesen außergewöhnlichen Bremsweg von 26 Metern ohne große aerodynamische Anbauteile. Die Bremsleistung wird stattdessen durch eine ausgewogene Gewichtsverteilung, griffige Reifen und präzise abgestimmte Bremssysteme erzielt. Die Heckmotorbauweise verbessert die Traktion beim Verzögern, während Carbon-Keramik-Bremsen für eine starke und gleichmäßige Bremskraft sorgen.
