Der Restomod-Boom hat einige wirklich atemberaubende Fahrzeuge hervorgebracht, aber seien wir ehrlich, langsam wird es etwas vorhersehbar. Schon wieder ein Porsche 911, schon wieder ein luftgekühlter Motor, schon wieder eine sechsstellige Neuinterpretation einer Form, die wir alle in- und auswendig kennen. Schön? Absolut. Überraschend? Nicht mehr.
Hier kommt der Encor Series 1 ins Spiel, mit seinen scharfen Kanten zuerst. Dieser in limitierter Auflage produzierte Restomod, der auf der Basis des legendären Lotus Esprit aufbaut, versucht nicht, den 911 zu übertreffen. Stattdessen Der Encor Series 1 geht neue Wege, indem er eines der kühnsten Sportwagen-Designs aller Zeiten wiederbelebt und für moderne Leistung optimiert. Entdecken Sie ihn!
Warum der Lotus Esprit der perfekte Anti-911 ist
Der Lotus Esprit hob sich schon immer von der Masse ab. Während der 911 über Jahrzehnte ein und dasselbe Konzept perfektionierte, wirkte der Esprit wie eine Science-Fiction-Studie, die irgendwie den Sprung in die Serienproduktion schaffte. Entworfen von Giorgetto Giugiaro, prägte sein keilförmiges Profil eine Ära und sieht auch heute noch futuristisch aus. Encor erkannte, was viele andere Tuner übersehen hatten: Der Mittelmotor, der Leichtbau und die markanten Proportionen des Esprit machen ihn zur idealen Basis für einen Restomod der nächsten Generation. Die Serie 1 unterstreicht die Persönlichkeit des Esprit.

Eine Wiedergeburt der Kohlefaser
Die ursprüngliche Karosserie aus Fiberglas ist verschwunden. An ihrer Stelle montiert Encor eine komplett neue Carbonfaser-Karosserie, die präzise an den frühen Esprit der Serie 1 angelehnt ist und gleichzeitig jede Oberfläche glättet und modernisiert. Die Silhouette bleibt unverkennbar, die Ausführung jedoch deutlich präziser. Moderne LED-Beleuchtung, geschmiedete Fünfspeichenräder und große AP Racing Bremsen verleihen dem Fahrzeug zeitgemäße Kraft, ohne das Design zu dominieren. Das Ergebnis ist klar, zielgerichtet und aggressiv-zurückhaltend – genau so, wie ein moderner Keil aussehen sollte.

Schaltgetriebe, Mittelmotor-Power
Statt auf horrende PS-Zahlen zu setzen, konzentrierte sich Encor auf alltagstaugliche Leistung und ein intensives Fahrerlebnis. Der Antrieb erfolgt durch einen umfassend überarbeiteten 3,5-Liter-V8-Biturbo, der von späteren Esprit-V8-Modellen stammt und mit modernen Innereien, Kühlung, Kraftstoffzufuhr und Motorsteuerung ausgestattet wurde.

Die Leistung liegt bei rund 400 PS und wird ausschließlich über ein Fünfgang-Schaltgetriebe übertragen. Keine Hybridsysteme, keine automatisierten Spielereien, nur Boost, Balance und mechanische Kraftübertragung. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei etwa vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei knapp 280 km/h – Werte, die sich verdient anfühlen, nicht künstlich erzeugt.
Moderner Komfort ohne Charakterverlust
Im Innenraum des Encor herrscht eine gelungene Balance. Das geschwungene Armaturenbrett und die niedrige Sitzposition erinnern an das Cockpit-ähnliche Gefühl des ursprünglichen Esprit, während moderne Displays und Infotainmentsysteme dezent integriert sind. Nichts drängt sich auf. Alles ist auf den Fahrer ausgerichtet.

Materialien, Verarbeitung und Elektronik sind dem Originalfahrzeug um Welten überlegen, dennoch vermeidet der Innenraum den sterilen, bildschirmlastigen Stil vieler moderner Supersportwagen. Dies ist ein Ort zum Fahren, nicht nur zum Scrollen.
Selten durch Design
Die Produktion des Encor Series 1 ist auf 50 Fahrzeuge limitiert, der Baubeginn ist für 2026 geplant. Der Preis beginnt bei rund 575.000 US-Dollar, ohne Basisfahrzeug. Damit positioniert sich der Series 1 klar im Segment der ultra-exklusiven, handgefertigten Fahrzeuge für Sammler, die Wert auf Originalität und Leistung legen. Hier geht es nicht um Massenproduktion, sondern um ein Statement.
Bilder: Encor