Why Do German Sportscars Have a 155 MPH Top Speed Limit?
Inhaltsverzeichnis

    Warum gibt es für deutsche Sportwagen eine Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung von 250 km/h?

    Author: Can Tangüner

    Wenn man an deutsche Sportwagen der letzten dreißig Jahre denkt, kommen einem Bilder von Präzision, Leistung und Ingenieurskunst in ihrer besten Form in den Sinn. All diese Bilder deuten auf eines hin: Die Höchstgeschwindigkeiten dieser feinen Maschinen sollten für den menschlichen Körper unerträglich und fast unbegrenzt sein. Doch es gibt eine überraschende Wendung. Fast alle diese Hochleistungsfahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung von 155 mph, mit nur wenigen Ausnahmen.


    Genau. Während American Muscle für uneingeschränkte Power steht, sind viele europäische Konkurrenten seit langem auf 155 mph begrenzt. Und dahinter steckt eine Geschichte.

    Eine Gentlemen's Agreement

    Deutsche Autohersteller – namentlich die üblichen Verdächtigen BMW, Mercedes-Benz, Audi, VW und ähnliche – kamen kurz nach der Ölkrise der 1970er Jahre zu einer informellen „Gentlemen’s Agreement“. Ziel der Vereinbarung war es, die Höchstgeschwindigkeit der Sportwagen auf etwa 250 km/h, was ungefähr 155 mph entspricht, zu begrenzen. Für den eingefleischten Petrolhead mag das wie ein Schwachpunkt im Hochleistungsbereich klingen, doch betrachtet man verschiedene Aspekte, beginnt die 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung Sinn zu ergeben.


    Hochgeschwindigkeitsfahren dreht sich nicht nur um rohe PS und Aerodynamik. Es erfordert fähige Reifen, eine fortschrittliche Federung und ein Bremssystem, das den Belastungen extremer Geschwindigkeiten standhält. Früher war die Reifentechnologie nicht so ausgereift wie heute, und Reifenversagen bei hohen Geschwindigkeiten war eine reale Sorge. Durch die Einführung der 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung stellten die Hersteller sicher, dass die Fahrzeuge innerhalb eines Sicherheitsnetzes blieben. Die Begrenzung diente ebenso dem Schutz der Fahrer und der Kontrolle der Versicherungen wie dem Erhalt der Integrität dieser feinen Maschinen.

     

    Politik, Sicherheit und Ingenieurskunst vereint

    Wir amerikanischen Autoliebhaber mögen über die „Begrenzung“ eines reinen Performance-Autos schmunzeln. Schließlich dreht sich die amerikanische Kultur um Größe und Aufdringlichkeit, und bei Leistung sind Power und Geschwindigkeit das Wichtigste. Doch die Geschichte hinter der 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung ist eine großartige Geschichte darüber, wie Politik, Sicherheit und Ingenieurskunst zusammenkommen. Anstatt sich strikt von politischen Zwängen diktieren zu lassen, entschieden sich die deutschen Hersteller, ihre Performance-Fahrzeuge selbst zu regulieren. Die Vereinbarung war eine clevere Lösung, die ihnen ein verantwortungsbewusstes Image verlieh und gleichzeitig Autos produzierte, die atemberaubende Leistung bieten.


    Und seien wir ehrlich: 155 Meilen pro Stunde sind NICHT langsam. Außerdem kann man, wenn man eines dieser Fahrzeuge fährt, die 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung immer noch überschreiten. Viele dieser Autos, die RS-Audis, BMW M-Modelle oder AMG-getunte Mercedes-Benz, erlauben es, die Begrenzung mit einem einfachen ECU-Tuning oder einer Remap aufzuheben. Schließlich ist die 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung eher eine Richtlinie als ein absolutes Gesetz.


    Die Geschwindigkeitsbegrenzung ermöglichte es den Herstellern auch, ein Wettrüsten zu vermeiden. Ohne eine Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung für deutsche Sportlimousinen und Sportwagen würde jeder Hersteller versuchen, den anderen mit immer höheren Zahlen zu übertrumpfen. Das würde strengere und engere staatliche Eingriffe nach sich ziehen. Oder schlimmer noch, eine öffentliche Gegenreaktion wegen Sicherheitsbedenken.

     


    Die 155-mph-Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung, oder das „Gentlemen’s Agreement“, verweist auf eine faszinierende Periode der Automobilgeschichte, die zeigt, dass selbst die größten Hersteller manchmal Zurückhaltung üben, anstatt rohe und unkontrollierte Power zu bieten.

     

     

    Zurück zum Blog